MaSTERTALK ReAL ESTATE - Der Blog

„Die Welt wird besser werden“ - Nachhaltige Immobilienfinanzierung beim Mastertalk Real Estate (28. September 2021)

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Heidelberg, 28. Oktober 2021 – Unter dem Schlagwort „Sustainable Finance“ bietet der Kapitalmarkt seit einigen Jahren Produkte an, die den Nachhaltigkeitskriterien genügen sollen. Diese Entwicklung hat nun auch die Immobilienwirtschaft erreicht. Was aber unterscheidet nachhaltige Finanzierung von traditionellen Finanzierungsformen? Wer fragt nachhaltige Finanzierung nach – und was bieten nachhaltige Finanzierungsformen überhaupt ihren Geldgebern? Um diese Fragen drehte sich der MasterTalk Real Estate #15 „Nachhaltige Immobilienfinanzierung – wie ‚grün‘ kann Kapital sein?“, veranstaltet von CoreNet Global und der Hochschule Fresenius.

 

Dabei hatte Prof. Dr. Thomas Glatte, Professor für Immobilienwirtschaft an der Hochschule Fresenius und als CNG-Vorstandsmitglied für Aus- & Weiterbildung zuständig, zusammen mit Co-Moderator Peter Prischl, Geschäftsführer afondo GmbH, drei Referenten versammelt. Vertreter der Finanzwirtschaft, der betrieblichen und institutionellen Immobilienwirtschaft präsentierten und diskutierten das „nicht triviale Thema“, so Glatte, aus unterschiedlichen Blickwinkeln:

 

·         Gerald Horvath, Managing Director UniCredit Corporate & Investment Banking, Wien

·         Sandra Dieckmann, Leiterin Unternehmensfinanzierung und Nachhaltigkeit VW Immobilien, Wolfsburg.

·         Jens Böhnlein, Global Head of Asset Management Commerz Real AG, Frankfurt

 

Als Vertreter der Banken gab Horvath in seinem Impulsvortrag einen Überblick darüber, wie einschlägige Produkte aufgelegt und strukturiert werden – und vor allem über die regulatorisch-rechtlichen Rahmenbedingungen. Diese ergeben sich aus dem Pariser Abkommen, mit dem sich die EU bis 2050 für eine klimaneutrale Wirtschaft verpflichtet, und dem Green Deal der EU, der unter anderem massive Investitionen auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wirtschaft mobilisiert und besonders durch eine eigene „Taxonomie“  umgesetzt wird. Mit Letzterem ist keine Besteuerung gemeint, sondern eine europaweit einheitliche Definition von „nachhaltigen Investitionen“. Die Taxonomie soll die Frage beantworten, „welche Investitionen und wirtschaftlichen Tätigkeiten grün oder nachhaltig sind und einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten“ – und dies objektiv und transparent. Eines der wichtigsten Nachhaltigkeitsschlagwörter ist in diesem Zusammenhang ESG. Die Diskussion wird zeigen, dass sich nahezu alle Akteure derzeit auf das „E“ konzentrieren.

 

Umfangreiche Berichtspflichten ab 2022

 

Was aber bedeutet dieser weit gespannte Rechtsrahmen für die Unternehmen? Vor allem die Taxonomie wirke sich bereits deutlich auf Reporting, Investition und Finanzierung aus, so Horvath. Alle Finanzmarktteilnehmer und somit auch Immobilienfonds, Vermögensverwalter, institutionelle Anleger und an der Börse notierte Gesellschaften müssen ab 2022 darüber berichten, inwiefern ihre Tätigkeiten mit den Zielen der Taxonomie konform sind. Ab 2024 gelte das für sämtliche große Unternehmen. Nachfolgend sind auch KMUs an der Reihe.. Interessant im Hinblick auf den Immobiliensektor seien hierbei zwei Zahlen aus dem EU-Taxonomie-Report: 35 Prozent der Gebäude sind älter als 50 Jahre und 25 Prozent sind nicht energieeffizient – was den Druck auf entsprechende Maßnahmen erhöhe. „Immobilienunternehmen müssen daher ihre Portfolios an Taxonomie-Regularien und Berichtspflichten anpassen. Immobilienportfolios, die nicht weitestgehend den ESG-Kriterien entsprechen, werden zunehmend Einschränkungen bei der Investorensuche und/oder der Kapitalaufnahme erfahren“, unterstreicht Horvath.

 

Green Bonds und Green Loans

 

Welche nachhaltigen Finanzierungsinstrumente stehen nun zur Verfügung? zum Standard geworden sind bereits  Grüne bzw. nachhaltige Anleihen, etwa in der Form von Green Bonds, oder Kredite als Green oder ESG-linked Loan. Prominente Beispiele für Green Bonds seien die Anleihen des Wohnungskonzerns Deutsche Wohnen über eine Milliarde Euro oder der Vonovia über 600 Millionen Euro. Damit sind die beiden Großunternehmen in guter Gesellschaft: Das weltweite Volumen für ESG-Anleihen und Kredite betrug im vergangenen Jahr 732 Milliarden US-Dollar – eine Summe, die für 2021 auf eine Billion steigen soll. Eine zentrale Frage des MasterTalks war bereits im Vorfeld, wie nun die Konditionen aussehen, etwa für Anleihen. Diese unterliegen laut Horvath einem Bonus aus Sicht des Kapitalnehmers, der sich aufgrund breiter Investorenbasis und hoher Nachfrage Kapital in größerem Volumen und zu durchschnittlich geringeren Preisen beschaffen kann – während Investoren und andere Geldgeber wie Fonds, Banken und Pensionsgesellschaften in weiterer Folge auch mit einer durchschnittlich höheren Bewertung der gehandelten Anleihen rechnen können.. Kein Wunder bei der oft extrem starken Nachfrage und einem begrenzten Angebot: Oft sind die Bonds mehrfach überzeichnet. Fazit Horvath: „Der Markt ist da!“

 

„Grünes Geld für Grüne Assets“

 

Einen Einblick in die Praxis eines Immobilienunternehmens gab Sandra Dieckmann von Volkswagen Immobilien, einer Tochtergesellschaft von VW. Sie berichtete ausführlich von der Begabe zweier Green-Schuldscheindarlehen durch ihr Unternehmen – und über den Paradigmenwechsel in der Branche: „Bis vor einigen Jahren wurde der Nachhaltigkeitsfokus in der Immobilienwirtschaft nur auf den Bau, Betrieb und die Verwertung der Immobilien gelegt. Künftig übernimmt die Finanzwirtschaft eine Schlüsselrolle auf dem Weg zur globalen, nachhaltigen Entwicklung.“

 

Um „weitere Finanzierungsquellen zu erschließen, aber auch die CO2-Ziele einzuhalten“, hat Volkswagen Immobilien bereits zwei Tranchen eines Green Bonds begeben: Eine Tranche über 107 Millionen Euro im Jahr 2018 mit Laufzeiten von fünf bis 15 Jahren und Zinssätzen von knapp einem Prozent bis 2,75 Prozent und eine zweite über 60 Millionen Euro im Mai 2019 zu nahezu identischen Konditionen. Damit einher gehen indes umfassende Verpflichtungen, besonders in puncto Berichtswesen und Zertifizierung. Hierfür gebe es ein „Green Bond Framework“, in dem Projekte, Mittelverwendung und der grüne „Verwendungszweck“ definiert werden. Eine ESG-Ratingagentur bescheinige als zweite Instanz ebenfalls die „Grünheit“ der Projekte, was wiederum vor Greenwashing schütze – ein genereller Vorwurf, der erst kürzlich immer lauter wurde. Ein jährliches Nachhaltigkeitsrating bilde die Basis für dieses zweite Rating. Zudem müssten die Standards der Climate Bond Initiative eingehalten werden, darunter die jährliche Veröffentlichung des Green Bonds Reports und eine jährliche Erneuerung des Berichts an die Climate Bond Initiative. Hinzutreten weitere Verpflichtungen, nämlich die Veröffentlichung eines Nachhaltigkeitsberichts und die regelmäßige Überprüfung der ESG-Fokus-Themen sowie alle zwei bis drei Jahre die Überprüfung des Green Bond Frameworks.

 

An die Ausführung Dieckmanns schloss sich die Frage Glattes an, ob das Thema vor allem deshalb so stark vorangetrieben werden, weil es reguliert werde – oder gebe es auch eine Eigenmotivation? Die Antwort übernahm Jens Böhnlein von der Commerz Real AG: „Unsere intrinsische Motivation ist hoch! Wir halten uns konsequent an das Konzept der Taxonomie. Dies ist uns wichtig und Teil unseres Purpose für nachhaltige Lebenswelten. Es ist aber auch eine Reaktion auf ein schwarz-weiß-Schema. Denn wer nicht mitmacht bei ESG, ist bald nicht mehr Teil des Wirtschaftskreislaufs.“

 

Kann man Mieter ablehnen?

 

In der anschließenden Debatte wurde die Frage aufgeworfen, ob nicht die Gefahr bestehe, dass man bei 15 Jahren Laufzeit „gefangen“ sei, wenn die ESG-Konzeption und -Kriterien weiterentwickelt werden? Die Diskussionsteilnehmer sahen diesen Punkt als nicht so gravierend an, zumal die EU das Thema im Blick habe. Hingegen sei es ein gewisses Problem, dass die verschiedenen Zertifizierungen und Labels nach unterschiedlichen Systematiken funktionierten und schwer vergleichbar seien. Spannend wurde es dann bei der Frage, ob man auf bestimmte Gruppen von Gewerbe- und Büromietern, die die Nachhaltigkeitskriterien womöglich torpedieren, verzichten könne. Hierzu Böhnlein: „Bislang muss der Mieter noch nicht bewertet und in die Rechnung einbezogen werden. Doch ohnehin seien der Markt und auch Fonds noch nicht so weit, Mieter abzulehnen.“ Aber es sei eine Frage der Zeit, all dies könne sich verändern.

 

Einig waren sich alle Beteiligten im kurzerhand verlängerten Mastertalk, dass das Thema Nachhaltigkeit längst den Weg vom Marketingetikett zum harten Umfeld- und Erfolgsfaktor gefunden hat. „Die Welt wird so besser werden“, fasst Horvath zum Abschluss zusammen.

 „Vollvermietung: Corona hätte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können“ - Büroimmobilien nach Corona – Revival oder Niedergang einer Assetklasse? (11. Juni 2021)

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Heidelberg, 11. Juni 2021 – Was bedeuten die Corona-Pandemie und der Homeoffice-Hype für die Assetklasse Büroimmobilie? Welche Standorte, Lagen und Ausstattungsmerkmal sind gefragt? Sind Büroimmobilien für Investoren überhaupt noch eine sichere Anlageform? Das waren die wichtigsten Fragen im Vorfeld des 14. MasterTalks Real Estate von CoreNet Global (CNG) und der Hochschule Fresenius Heidelberg (HSF). Zu deren Beantwortung hatten die Moderatoren Prof. Dr. Thomas Glatte, Professor für Immobilienwirtschaft an der HSF und Sven Wingerter, Geschäftsführer der Eurocres Consulting, erneut ein „topkompetentes Panel“ zusammengebracht: Andreas Hoffmann, Head of Property Europe Cromwell European REIT; Sven Carstensen, Vorstand Bewertung / Analyse Bulwiengesa AG Berlin und Stephan Leimbach, Head of Office Leasing Germany, JLL.


Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass überall Büros leergefegt sind und Unternehmen Gedanken über die künftigen Arbeitswelten nachdenken – und damit über die Nutzung ihrer Büros. Andererseits machen Büroimmobilien einen starken Anteil im Portfolio vieler Investoren aus. In den vergangenen Mastertalks wurden vor allem Nutzeraspekte diskutiert. Heute nun ging es vorrangig um die Perspektive von Investoren, Asset Managern und Vermietern. In seinem Impulsreferat gab Sven Carstensen von Bulwiengesa zunächst einen Überblick über Daten, Zahlen und Trends. Laut dem von seinem Haus regelmäßig erstellten „Immobilienklima“ haben sich Wohnen und Logistik in den vergangenen Monaten bestens entwickelt. Handel und vor allem Hotels sind dagegen abgestürzt. Zwischen diesen beiden Extremen liegen Büroimmobilien. Beste Voraussetzungen also für einen spannenden Mastertalk.


„Vor Corona gab es wenig Leerstand, in Berlin etwa nur 1,7 Prozent. Jetzt sind es mit drei Prozent nur unwesentlich mehr. Der Markt hat sich entspannt, mehr aber auch nicht“, betonte Carstensen. Seine Kernaussage aus Anbietersicht: „Der Büromarkt hätte sich für Corona keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können als jetzt.“ Von einer gesunden Leerstandsquote von um die fünf Prozent sei man noch weit entfernt. Größere Hoffnungen auf Incentives wie mietfreie Zeiten solle sich kaum ein Mieter machen.

Dennoch sei der Büroflächenumsatz in 2020 dramatisch um ein Drittel zurückgegangen – eine Kennziffer, die zuverlässig mit der Entwicklung des BIPs korreliere. Eine der wesentlichen Fragen sei nun: Wie wirkt sich die Nutzung von Heimarbeit durch ganze Belegschaften auf die Flächennachfrage aus? Hierbei gebe es höchst widersprüchliche Signale, wie alle Diskussionsteilnehmer feststellen werden. Zum einen sei die Arbeit von zuhause aus für die Unternehmen nicht unbedingt billiger, da sie in einen modernen Arbeitsplatz, Geräte und Ausstattung investieren müssen. Daneben werde sich mutmaßlich die Fläche pro Mitarbeiter in den Büros erhöhen – sei es aus Virenschutzgründen oder weil die Flächen andere Funktionen für die „Lagerfeuer-Kommunikation“ erhalten. Gleichzeitig rücke immer mehr der sogenannte dritte Ort in den Fokus, also die zusätzliche Nutzung von Coworking-Centern oder Satellitenbüros.


Carstensen spielte mehrere Szenarien durch: Im Fall einer angenommenen Heimarbeitsquote von 25 Prozent und einem halben Quadratmeter mehr pro Bürobeschäftigten könnte es im Jahr 2025 zu einer Leerstandsrate von bis zu acht Prozent kommen. Immer noch wenig und nahe dran an der Unterkante eines gesunden Markts. Doch Carstensen blieb skeptisch ob einer verstärkten Arbeit von zuhause: „Nicht jeder kann Homeoffice, oft ist der Platz viel zu klein. Und etwa in München wird sich niemand extra nur für diesen Zweck eine größere Wohnung anmieten.“ Zudem berichtete er von Untersuchungen, denen zufolge Angestellte weniger produktiv seien, wenn sie von zuhause aus arbeiten.


Wie aber sieht es mit den Renditen aus, das wesentliche Ziel von Investoren. Trotz eines Vermietermarktes gebe es beispielsweise in Berlin sogar Minusrenditen, auch wenn diese nicht die Regel seien. Der Durchschnitt dort liege gerade bei 2,6 Prozent, in Städten wie Hamburg und Köln sei es mit 3 und 3,5 Prozent besser. Größere Chancen hingegen gebe es in Mittel- und Kleinstädten: Dort könnten Investoren mit Durchschnittsrenditen von um die vier Prozent rechnen. Eine andere Unbekannte in dieser Rechnung sei indes der Neubau. Hier haben manche Investoren ihre Vorhaben mitten in der Pandemie noch rechtzeitig abgesagt. Nun wiederum würden extrem gestiegene Materialkosten – im Hochbau von 25 Prozent – neue Projekte deutlich verteuern. Wenig überraschend daher die Kernaussage Carstensens am Ende seiner Einstiegsrede: „Die Projektentwicklung geht eher zurück.“

 

„Spannender Aufschlag“, so Moderator Glatte

JLL-Vertreter Stephan Leimbach machte auf den großen Unterschied zu den vorangegangenen Dotcom- und Finanzkrisen in den Jahren 2000 und 2008 aufmerksam: „Heute haben wir nahezu Vollvermietung. Augenhöhe zwischen Vermieter und Mieter erreichen wir aber erst bei einer Leerstandsquote um 5 Prozent. Angesichts der zurückgefahrenen Neuprojekte und der mutmaßlichen Flächenausweitung pro Mitarbeiter sind das womöglich keine guten Nachrichten für Mieter.“


Glatte richtet die nächste Frage an den dritten Diskussionsteilnehmer Andreas Hoffmann von Cromwell European REIT: „Lohnt es sich für einen Investor noch, heute in deutsche Büroimmobilien reinzugehen?“ Antwort Hoffmann: „Man muss Büroimmobilien mit anderen Assetklassen vergleichen. Große, institutionelle Investoren habe da wenig Auswahl.“ Bezogen auf das Risiko habe Real Estate immer schon eine gute Rendite gehabt. Außerdem sei der Anlagedruck nach wie vor hoch. „An Büros als größtem Immobiliensegment kommt man also nicht vorbei!“, so sein Zwischenfazit. All dies hänge natürlich Objekt und dessen Eigenschaften ab, allem voran der Lage. Im Zentrum werden attraktive Büros weiterhin stark nachgefragt, eher nicht am Stadtrand mit oft mittelmäßiger Qualität, die stärker von den Coronafolgen betroffen sein dürften. Insgesamt sieht Hoffmann große Perspektiven für Immobilien als Assetklasse. Einig war man sich: Neue Projekte dürfen keine Monokulturen sein, müssen eine hohe Aufenthaltsqualität besitzen, auf die veränderten Bedürfnisse der Mitarbeiter und Nachhaltigkeit eingehen. Das gelte vor allem für dezentrale Lagen, die obendrein eine gute ÖPNV-Anbindung benötigen, um erfolgreich zu sein.

 

Einfluss von Heimarbeit völlig offen

Auch Leimbach von JLL sieht es nicht als ausgemacht an, dass Heimarbeit zu einem großen Flächenverlust führen werde. Die entsprechenden Aussagen von Versicherungen oder Automobilfirmen etwa liegen eher an grundsätzlichen Einsparungen und Veränderungen beim Geschäftsmodell. Wachstums- und andere Branchen würden einen etwaigen Einbruch sofort ausgleichen. Ein Programmierer könne zwar überall auf der Welt sitzen. Aber für klassische Bürobeschäftigte sei das gemeinsame Büro vor allem für die Firmenkultur immer noch zentral, besonders bei Großunternehmen. Trotzdem werde man alle Ausprägungen je nach Organisation erleben: mehr, weniger und gleichbleibender Bedarf. Gleichzeitig könne es in ausgewählten und stark nachgefragten Städten zu Verschiebungen in den Lagen kommen, wie etwa mit dem aufstrebenden Standort München-Riem und mit dem Werksviertel in der Landeshauptstadt Bayerns.

Angesichts der Marktumstände erwarten Hoffmans Investoren nach wie vor sieben Prozent Rendite. Doch kaufen wird er erst wieder im Jahr 2022. „Bis dahin dürften die Preise noch sinken.“ Aus Sicht Bulwiengesas sei der Anbietermarkt allerdings keineswegs ein Selbstläufer: „Projektentwickler, die jetzt nach Deutschland kommen, sollten es sich überlegen“, so Carstensen. Diese beiden Ausblicke führte sogleich zur Abschlussfrage Glattes: „Wo stehen wir in 2026, also in fünf Jahren? Ich habe hierzu seit einem Jahr eine Wette laufen!“


„Es wird einen leichten Mietanstieg von vier bis fünf Prozent geben, der Leerstand wird ebenso viel betragen“, so Analyst Carstensen. Hoffmann sagt ebenfalls einen etwas höheren Leerstand voraus, besonders in dezentralen Lagen. Mittelfristig gibt er jedoch eine optimistische Prognose ab. Laut JLL-Mann Leimbach werde man einen geteilten Markt erleben: „In Toplagen werden Mieten steigen, andere entwickeln sich eher seitwärts. Aber es gibt kaum Leerstand. Denn Neubau ist teuer.“ Dies gelte indes nur für die nächsten zwei bis drei Jahre. 2026 sei für verlässliche Aussagen ein noch zu weit entfernt Zeitpunkt. 


Dagegen schätzte Co-Moderator Sven Wingerter von Eurocres die Lage völlig anders ein: „Für das Gros der „Durchschnitts-Büros“ sehe ich wenig Hoffnung. Es wird für diese Büros ein Flächensterben geben. Nicht das Homeoffice sondern die Digitalisierung wird für soviel Effizienz und mobile Arbeit sorgen, dass sich alle warm anziehen müssen, die sich beruflich mit Büros beschäftigen. Die Arbeitswelt braucht ein Lagerfeuerbüro und viele zusätzliche Orte zwischen denen die Mitarbeiter wählen können – eben ein multilokales WorkPlace Modell, hocheffizient und digital vernetzt “ Ins selbe Horn stieß Thomas Glatte: „Ich habe eine Wette mit Kollegen im Research laufen. Der Büroflächenbedarf könnte sich aus meiner Sicht um über 20 Prozent reduzieren. Das schließe ich aus Gesprächen mit CREM-Vertretern.“ Doch abschließend habe er noch eine gute Nachricht für Vermieter: „Ich habe erst einmal in meinem Leben eine Wette gewonnen, und das ist schon lange her.“

 „Corona hat uns brutal aus der Komfortzone geholt“ - Mitarbeitergesundheit in multi-lokalen, Post-Corona Arbeitsstrukturen“ (31. Mai 2021)

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Heidelberg, 31. Mai 2021 – Im dreizehnten „Mastertalk Real Estate“, der von CoreNet Global (CNG) zusammen mit der Hochschule Fresenius Heidelberg (HSF) veranstaltet, wurde, stand das Thema „Mitarbeitergesundheit in multi-lokalen, Post-Corona Arbeitsstrukturen“ im Mittelpunkt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Thomas Glatte, Professor für Immobilienwirtschaft an der HSF und als CNG-Vorstandsmitglied für Aus- und Weiterbildung zuständig.

 

Seit mehr als einem Jahr hat uns Corona fest im Griff. Und genauso lange sprechen wir über die Folgen und Veränderungen für die Arbeitswelt. Heimarbeit bringt viele Vorteile – doch gilt dies auch fürs körperliche Wohlergehen? 

 

„Corona hat für einen epochalen Paradigmenwechsel bei Bürogebäuden gesorgt – und uns brutal aus der Komfortzone geholt“, so Jenö Kleemann, Managing Partner von Eurocres Consulting GmbH, gleich zum Auftakt seines Impulsreferats. Denn während Gesundheitsaspekte in Büros eine immer wichtigere Rolle gespielt hatten, finden sich nun die Mitarbeiter am heimischen Arbeitsplatz wieder, der nur selten modernen Ansprüchen gerecht wird. „Heimarbeit hat viele Vor- und Nachteile, ein Manko ist jedoch der Rückschritt bei Gesundheit, Sitzhaltung und mangelnder Bewegung.“ Initiativen und Aufklärungsarbeit müssen genau dort ansetzen.

 

Eine weitere Neuerung ist die künftige Aufteilung der Arbeitsorte. Kleemann hierzu: „Durch unsere Aufträge und Projekte wissen wir stets, wie Unternehmen arbeiten, wie die realen Aktivitäten aussehen – und was sich Mitarbeiter wie Organisationen wünschen: Alles scheint auf je zwei bis drei Tagen im Büro und unterwegs/ zuhause hinauszulaufen. Mehr noch: Die Tätigkeiten werden ‚multilokal‘ stattfinden und etwa auch Satellitenbüros einschließen.“ Doch egal, wo man arbeite, die Arbeitswelt müsse gesundheitsfördernd sein. 

 

Sitzen – das heimliche Seminarmotto

 

Dr. Birgit Sperlich vom Institut für Sportwissenschaften der Universität Würzburg bestätigte die Erkenntnisse Kleemanns in ihrem Beitrag zur „Bewegung und sedentärem Verhalten an unterschiedlichen Arbeitsplätzen“. Der Begriff „sedentär“ umfasst dabei jegliches Verhalten in Sitz-, Liegesitz- oder Liegepositionen. Sie berichtete, dass vor der Pandemie Studien zeigten, dass drei Viertel der Arbeitszeit in Büros im Sitzen verbracht wird. Zuhause könnten die Zahlen noch kläglicher aussehen, wie aktuelle Daten aus Tokio belegen: „Je mehr Homeoffice, desto mehr sitzen die Leute und umso weniger bewegen sie sich und sind aktiv. Schlimmer noch: Auch die Sitzdauer am Stück hat zugenommen.“ Neben möglichen Chancen des Home-Offices ist ein weiterer Nachteil von Heimarbeit: „Da die Mitarbeiter nicht mehr pendeln, fehle jenen, die das Fahrrad ins Büro genommen haben oder gar gelaufen sind, ein Teil ihrer automatischen Bewegung. Einer Meta-Analyse zur Folge kann aktives pendeln das Risiko für eine frühzeitige Sterblichkeit um 9 Prozent senken“, so Sperlich.

 

Caro Windlin, Co-Founder des Coworkinganbieters 1000 Satellites und Psychologin, brachte „Coworkingspaces als dritte Säule des Real Estate Managements“ ins Spiel – neben Büro und Heimarbeitsplatz: „Wir haben bei uns viele Homeoffice-Flüchtlinge, die zuhause den Austausch vermissen und bei uns wiederfinden.“ Sie empfiehlt als Dreingabe zum neuen Mix ein bis zwei Tage pro Woche den Gang ins Coworking-Center.

 

In seiner Fragerunde wies Prof. Glatte stets auf das inoffizielle Seminarmotto hin: „Sitzen ist das Thema“. Dr. Sperlich erläuterte, wie wichtig ein fester Zyklus am Schreibtisch sei: „Sitzen, stehen, bewegen – das sollte im ständigen Wechsel erfolgen. Und alle 30 Minuten aufstehen!“ „Wo stehen wir in zehn Jahren?“, fragte Prof. Glatte zum Abschluss. Kleemanns Antwort war eindeutig: „Wir werden uns mehr bewegen und weniger sitzen.“ Windlin sah es ebenso. Dr. Sperlich teilte den Optimismus nur in Teilen. Für sie müsse ein starker Lern- und Veränderungsprozess bei allen einsetzen, dass Bewegung zum Schlüssel zur Gesundheit gehört, damit sich auf diesem Gebiet was verbessert.

 

Das passte zum Fazit Jenö Kleemanns: „Alle, die sich mit dem Thema befassen, erleben gerade eine historische Chance. Die Mitarbeiter selbst machen sich über gesundheitsfördernde Arbeitsumgebungen Gedanken, über deren Gestaltung und auch Activity Based Working. Diesen Faden müssen wir aufgreifen und auch immer wieder darauf hinweisen, dass viele Lösungen auf einfachen Grundregeln basieren – etwa die automatischen Anregungen durch Mikroimpulse.“

„Mastertalks“ für Studierende und Professionals im Jahr 2020 mit neun Webinaren und rund 600 Teilnehmern (18. Dezember 2020)

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„Mastertalk Real Estate“ startet in 2021 am 12. Januar mit internationaler Diskussionsrunde zu Auswirkungen des Brexit 

 

Heidelberg, 18. Dezember 2020 – CoreNet Global (CNG), die weltweit führende Vereinigung von Corporate Real Estate (CRE) Managern, hat dieses Jahr gemeinsam mit der Hochschule Fresenius Heidelberg (HSF HD) ein neues digitales Format zur Fortbildung etabliert. Die Webinar-Reihe „Mastertalk Real Estate“ startete im Mai auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle als ad hoc-Maßnahme für CNG-Mitglieder und Studierende der Immobilienwirtschaft.

 

Prof. Dr. Burkhard Schmidt, Präsident der HSF HD: „Die ´Mastertalks´ sind ein wichtiges und modernes Zusatzangebot der Hochschule Fresenius Heidelberg, nicht nur in Zeiten der virtuellen Lehre, das von den Studierenden sehr geschätzt wird.“ Mittlerweile sind auch andere Hochschulen und Universitäten eingebunden. So fand Anfang Dezember der „Mastertalk Real Estate“ gemeinsam mit dem so genannten IREMtalk der Universtät Stuttgart statt.

 

Insgesamt wurden neun Veranstaltungen in diesem Jahr durchgeführt, während der ersten Corona-Welle alle zwei Wochen, seit September monatlich als fester Bestandteil des CNG-Veranstaltungsprogramms. Insgesamt gab es rund 600 registrierte Teilnehmer, etwa ein Drittel Studierende, zwei Drittel Real Estate Professionals. Jöri Engel, Präsident von CNG in Central Europe: „Wir haben ein erfolgreiches Online-Format entwickelt, das von der CREM-Branche sehr gut angenommen wurde und daher als fester Bestandteil unseres CNG-Programmes auch über 2020 hinaus fortgeführt wird.“

 

Fokusthema in diesem Jahr waren die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Immobilienwirtschaft, die Arbeitswelten und die internationalen Immobilienmärkte. Die Talk-Titel waren u.a.: Ist Home das bessere Office? Corporates nach Covid-19, Corona als Innovationstreiber sowie Märkte in Aufruhr oder Business as usual. Referate und virtuelle Podiumsdiskussionen waren hochkarätig und zum Teil auch international besetzt. Prof. Dr. Thomas Glatte, Professor für Immobilienwirtschaft an der HSF und als CNG-Vorstandsmitglied für Aus- und Weiterbildung zuständig: „Wir sind sehr dankbar für die professionelle Unterstützung von CNG und HSF. 2021 wird der Fokus stärker auf Innovationen, Marktveränderungen sowie die Transformation der Immobilienwirtschaft gesetzt.“

 

Die nächste „Mastertalk“-Serie wird im nächsten Jahr am 12. Januar mit einer internationalen Diskussionsrunde zu den Auswirkungen des Brexit auf den britischen und europäischen Immobilienmarkt starten.

Corona als Innovationstreiber – Zeitgemäßer Immobilien-Betrieb im „neuen Alltag“ mit der Pandemie (29. Juni 2020)

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Heidelberg, 29. Juni 2020 – CoreNet Global (CNG) bietet seit Ende April zusammen mit der Hochschule Fresenius allen Interessierten kostenfreie Webinare zu aktuellen Themen an. Vor der Sommerpause geht es beim fünften „Mastertalk Real Estate“ am 30. Juni von 17 bis 18 Uhr um „Corona als Innovationstreiber – Zeitgemäßer Immobilien-Betrieb im ´neuen Alltag´ mit der Pandemie“

 

Prof. Dr. Thomas Glatte, als CoreNet Global (CNG)-Vorstandsmitglied für Aus- & Weiterbildung zuständig: „Wir freuen uns sehr, dass unser digitales Veranstaltungsformat von Fachkollegen und Studierenden so gut angenommen wird, und wir eine konstante Teilnahme verzeichnen.“ Prof. Dr. Burkhard Schmidt, Präsident der Hochschule Fresenius Heidelberg, ergänzt: „Nach dem 30. Juni gehen wir in die Sommerpause, führen aber den ´Mastertalk´ ab September fort. Das digitale Format ist in der Immobilienwirtschaft angekommen.“

 

Im kommenden „Mastertalk“ geht es um das Stichwort Hygiene im Einzelhandel, das plötzlich vom „nice to have“ zum „must have“ in der Immobilienwirtschaft wird. Nach langer Schließung der Geschäfte steht das Facility Management vor der Herausforderung, den Kunden die sichere Rückkehr in die Geschäfte zu ermöglichen. Wie ist das möglich? Im Idealfall ist man der Corona-Krise bereits einen Schritt voraus und setzt nicht erst jetzt auf das Thema Hygiene. Die ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG erprobt bereits seit 2017 gemeinsam mit dem Kölner Start-Up UVIS UV-Innovative Solutions GmbH den Einsatz von UVC-Desinfektionsmodulen an Rolltreppen in Shoppingcentern.

Im „Mastertalk“ zeigen Christian Schlicht, ECE Projektmanagement und Tanja Zirnstein, UVIS UV-Innovative Solutions, wie sie gemeinsam von innovativen Produkten profitieren und gestärkt aus der Krise hervorgehen. Der produktive Umgang mit der Krise wird im Fokus des Talks stehen. Hygiene ist dabei nicht nur als imagebildendes Tool einsetzbar, sondern stellt einen unverzichtbaren Bestandteil eines jeden verantwortungsvollen und nachhaltigen Gebäudekonzeptes dar.

Jöri Engel, Präsident von CoreNet Global (CNG) in Central Europe: „Mit allen unseren ´Mastertalks´ haben wir gesehen, dass wir thematisch den Nerv der Zeit getroffen haben. Das haben uns die durchweg sehr positiven Reaktionen gezeigt. Um das Corporate Real Estate Management weiter voranzubringen, werden wir deswegen auch zukünftig auf das Online-Format setzen.“ 

CoreNet Global (CNG) und Hochschule Fresenius Heidelberg (HSF) bieten neues digitales Format zur Fortbildung (29. April 2020)

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Heidelberg, 29. April 2020 – CoreNet Global (CNG), die weltweit führende Vereinigung von Corporate Real Estate (CRE) Managern, bietet gemeinsam mit der Hochschule Fresenius Heidelberg allen Interessierten ein neues digitales Format zur Fortbildung an, welches auch über die Corona-Zeit hinaus fortgeführt werden soll. 

 

Die Webinar-Reihe „Mastertalk Real Estate“ startet am 5. Mai und findet dann folgend alle zwei Wochen jeweils dienstags um 17 Uhr statt. Am 5. Mai wird das Sven Wingerter, Geschäftsführer der Eurocres Consulting GmbH zum Thema „Büros brauchen ein Lagerfeuer! Warum Corona den Büromarkt massiv verändern wird“ referieren.

 

Jöri Engel, Präsident von CoreNet Global (CNG) in Central Europe: „Die Aus- und Weiterbildung zu fördern war und ist besonders auch in Corona-Zeiten eine der zentralen Aufgaben von CoreNet Global. Deswegen bieten wir unsere Webinar-Reihe auch kostenfrei und für alle frei zugänglich an.“ „Wir legen sehr viel Wert auf eine wirtschaftsnahe und praxisrelevante Ausbildung an unserer Hochschule. Das neue digitale Format ergänzt dabei unsere Lehre hervorragend“, ergänzt Prof. Dr. Burkhard Schmidt, Präsident der Hochschule Fresenius Heidelberg. 

 

Prof. Dr. Thomas Glatte, Professor für Immobilienwirtschaft an der Hochschule Fresenius Heidelberg und als CNG-Vorstand für die Veranstaltung zuständig, pflichtet dem bei: „Wir alle sind durch COVID-19 endgültig in der digitalen Welt angekommen. Trotz der funktionierenden Tools kommen der fachliche Austausch und insbesondere die Inspiration zu kurz. Wir möchten mit unserer neuen Webinar-Reihe auch langfristig unseren kleinen Beitrag leisten, dass Immobilienprofis und Studenten einen einfachen und ungezwungenen Zugang zu Innovationen erhalten.“

 

Alle Veranstaltungen erfordern lediglich eine vorherige Registrierung über einen Link, der Online verfügbar ist. Wer nicht Mitglied bei CoreNet Global ist, kann sich über den Guest Account registrieren. Gern kann die Einladung mit weiteren Interessierten geteilt werden. Es gibt keine Teilnahmebeschränkungen.